Plastiktüten sind nicht gleich Plastiktüten

Wir alle nutzen Dinge aus Plastik und Kunststoffen, die zumeist aus Erdöl hergestellt werden, welches vor rund 200 Millionen Jahren entstanden und in der Erdkruste gespeichert ist. Die Herstellung von Plastik erfordert rund 8 % der weltweiten Ölproduktion. Plastik ist extrem dauerhaft und bleibt in mehr oder weniger großen Stücken in der Umwelt erhalten, letztlich erodiert es im Laufe der Jahre und Jahrzehnte zu Mikroplastik. Dieses schädigt alle Lebewesen, indem es über die Erde und das Wasser über die Nahrungsketten und auch über die Atemluft in die Organismen gelangt. Was es dort langfristig für erschreckende gesundheitliche Probleme auch in uns Menschen anrichten kann, können wir bisher am Beispiel vieler darunter schon leidenden Meeresbewohner nur erahnen.

Wer Kunststoffprodukte wie z.B. Plastiktüten meiden möchte, kann stattdessen Ersatzprodukte auf Basis nachwachsender Rohstoffe nutzen (z.B. aus Mais, Kartoffeln oder Zuckerrohr), das heißt dann „Biokunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen“, „kompostierbar“ oder „biologisch abbaubar“. Leider halten diese sog. Bioplastiktüten in der Regel nicht, was sie versprechen und bieten laut Umweltbundesamt (UBA) und Landkreis Gießen bzgl. der Müllverwertung keinen echten Vorteil: Die Verrottung im Vergleich zu allen anderen organischen Stoffen dauert viel zu lange. Deshalb dürfen Bioplastiktüten nicht in die Biotonne und besser auch nicht auf den eigenen Kompost, sondern sie gehören in den Restmüll!

Die Plastikbestandteile der Bioplastiktüten verunreinigen die Biotonnen-Masse – eigentlich wertvoller Dünger für Garten oder Landwirtschaft – wie jeder andere Fremdkörper auch. Sie sind optisch außerdem auch von den Müllwerkern kaum von herkömmlichen Plastiktüten zu unterscheiden. Manche Biotonne bleibt deshalb wegen falscher Befüllung ungeleert stehen. Besser sollte der Biomüll im Haushalt in Schüsseln oder Papiertüten bzw. Zeitungspapier gesammelt werden, um ihn später in die Biotonne zu werfen.

Ganz sicher ist auch die Entsorgung von Hundekot in Bioplastiktüten, die dann in die Büsche geworfen werden, keine umweltgerechte Lösung: Bitte nehmen Sie die Hinterlassenschaften Ihres Hundes im Beutel mit und entsorgen diese in Ihrer Restmüll-Tonne, ganz vielen Dank!

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